Die 10 häufigsten Job-Fallen

Anders als in unserer Eltern- und Großeltern-Generation bedeuten Beruf und Karriere nicht mehr „alles im Leben“. Sie sind nicht länger die wichtigsten Kriterien für uns selbst und das Ansehen, das wir bei anderen im Umfeld genießen.

Eine Auszeit, eine ausgewogene Work-Life-Balance und ein Traumjob sind uns wichtiger als unser Leben hauptsächlich durch die Zeittaktung des Berufs bestimmen zu lassen. Wir wollen nicht so leben wie unsere Eltern und alles auf die Zukunft verschieben. Jetzt gut zu leben ist unser Ziel. Doch wie kann das gehen, wenn sich das normale Hamsterrad Tag für Tag auch für dich dreht?

Oft quälen uns typische Situationen im Alltag auf der Suche nach dem Traumjob. Hier die 10 häufigsten Jobfallen in dieser unsicheren Welt:

1. Mein Job ist sicher, schließlich arbeite ich im Öffentlichen Dienst.
Diese Meinung hält sich immer noch, auch wenn viele Mitarbeiter im Staatsdienst Angestellte sind. Nur ein Teil ist verbeamtet, hat eine lebenslange Beschäftigungsgarantie und überdurchschnittlich hohe Rentengarantie. Vielfach beklagen Öffentlich Bedienstete auch ihre monotonen Tätigkeiten. Heute gibt es die gleiche Jobunsicherheit in staatlichen und in privaten Unternehmen, keine Jobgarantie und Sicherheit bis zur Rente.

2. Wenn oft Meetings stattfinden, ist das Unternehmen erfolgreich.
Wer kennt das Seufzen nicht, wenn wieder ein neues Meeting angesagt wird: „Schon wieder vertane Zeit“, „Zum Gähnen langweilig“ oder „Das bringt doch nichts“ – heißt es vielmals. Dabei sagt die Häufigkeit von Teambesprechungen nichts über das Unternehmen aus, bedeutet oft nur Aktionismus von Teamleitern. Auch im Traumjob sind die Kollegen ohne gute Vorbereitung, Planung und Lösungsorientierung bei Meetings nur frustriert.

3. Ich verdiene im Moment zu wenig, aber das wird schon werden.
Wer froh ist, in seinem Traumjob den Einstieg geschafft zu haben, fängt auch als Praktikant oder Praktikantin an, jubelt dann über den ersten (schlecht bezahlten) befristeten Vertrag dort und hofft weiter. Doch der Chef weiß, dass Du auch mit dem geringen Verdienst „alles“ gibst, warum sollte er dich besser bezahlen? Hilft nur, Kompromisse zu machen oder sich einen anderen Job zu suchen und es dort besser zu machen.

4. Wer Überstunden macht, schafft mehr.
Kaum bist du in der ersten verantwortlichen Position, müssen Überstunden gemacht werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Klar drückst du dich nicht, du willst schließlich auf der Karriereleiter noch weiter aufsteigen. Immer wieder arbeitest du länger, doch die Arbeit wird nicht weniger. Schon einmal daran gedacht, dass mit der Arbeitsorganisation oder Firmenstruktur etwas nicht stimmt oder dein Chef ein Sklaventreiber ist?

5. Ich kann nicht nein sagen.
Immer nett und freundlich zu sein, lernst du schon im Elternhaus, besonders, wenn du ein Mädchen bist. Du hast deinen Traumjob, da willst du auch beweisen, dass du kompetent und belastbar bist. Also packst du freudestrahlend alles an, was dein Teamleiter dir hinlegt, willst keinen Fehler machen. Als Führungskraft kommst du dennoch erst einmal nicht in die engere Wahl, da musst du dich auch einmal behaupten und „nein“ sagen. Gute Leistung allein entscheidet leider nicht über deine Anerkennung und dein Weiterkommen im Beruf. Da zählt auch Durchsetzungsvermögen.

6. Man muss hoch pokern, ich kann das einfach und dann klappt es.
Klar glauben die meisten von uns, sie könnten etwas besser als der Rest des Teams. Und wer einen allzu Selbstbewussten besser kennt, gerät oft an den Rand eines Wutanfalls. Manchmal mag der Selbstüberschätzer Erfolg haben und Kollegen und Kunden blenden, auf Dauer überlebst du in deiner Firma mit Kompetenz und Kooperation. Lautes Eigenlob, Dominanz und Selbstgerechtigkeit fallen irgendwann auf und helfen dir nicht mehr weiter.

7. Bei viel Stress wird mehr geleistet.
Die Zeit wird knapp, um ein Projekt abzuschließen? Überstunden sind bei euch kein Thema, also wird in den Pausen durchgearbeitet, ein Snack am PC muss reichen. So wird zwar länger gearbeitet, doch die Fehlerquote steigt. Deine Produktivität hängt nicht von der Anzahl deiner Arbeitszeit, sondern von deiner Leistungsfähigkeit ab. Also: auch einmal egoistisch sein, einen Kaffee mit der netten Kollegin trinken, einfach runterkommen und an etwas anderes denken!

8. Mein Chef ist großzügig, ich darf auch im Home-Office arbeiten.
Du freust dich über deinen liberalen Chef, der dich von zu Hause arbeiten lässt? Abhängig von deiner Disziplin und deinem häuslichen Umfeld ist das eine gute Sache, wenn du dabei nicht in die „Überstunden-“- oder „Perfektionismus-Falle“ deines Traumjobs gehst. Ohne Ablenkungen schaffst du mehr, doch du brauchst die Rücksichtnahme deiner Familie, die dich in Ruhe lassen muss, damit es klappt. Geht es um Kreatives, bist du im Team besser aufgehoben.

9. Mit Multitasking erledige ich die Aufgaben schneller.
Noch immer modern und ein Zeichen von großer Leistungsfähigkeit: gleichzeitig telefonieren, Emails checken und den Paketboten abfertigen. Wer viele Aufgaben (scheinbar) zeitgleich erledigt, gilt als besonders effizient und wird bewundert. Wow! Doch tatsächlich dauert es länger, weil man sich in jede Aufgabe neu ein denken muss, um sie dann einzeln zu beenden. Effektiver wären: To-Do-Listen und ein Zeitmanagement mit Prioritäten erstellen und Aufgaben bündeln.

10. Über meine Rente denke ich später nach.
Als Teilzeitkraft in deinem Traumjob fällt es schwer, etwas für deine Zukunft zurückzulegen. Du verdienst einfach zu wenig und willst schließlich dein Leben genießen und JETZT Spaß haben. Ganz anders als deine Eltern und Großeltern, die jahrzehntelang etwas auf die hohe Kante legten, um im Alter gut zu leben. Um dann unglücklich, vereinsamt und ziellos im Seniorenheim vor sich hin zu existieren. Wie sieht dein Leben im glücklichen Hier-und-Jetzt deines 40. oder 70. Lebensjahres aus?

Es stimmt:
Auf jeden Fall kannst du die täglich neuen Herausforderungen mit einer positiven Lebenseinstellung besser und schneller bewältigen.

Wenn ein Problem auftritt, nimm es an und stell dir einfach und sorglos vor, wie es ist, wenn du dieses Problem bereits gelöst hast. So wie ein Fußballspieler in ein Spiel mit der Idee geht: Auf der Siegesfeier heute werden wir die Korken knallen lassen. Er tut einfach so, als ob die Mannschaft bereits gewonnen hätte.

Vielleicht kann ich dir auch bei deinen Tue-so-als-Ob Situationen helfen:

Tue so als ob ...
- dein Chef dich nicht mehr ärgern kann
- Du immer genug Geld hast
- Du deinen Traumurlaub geplant hast
- und so weiter

Liebe Grüße
Doro P.
Ich will mehr wissen.
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